Zwei neue Bestzeiten

Wie ich bereits in einem meiner vorherigen Beträge geschrieben habe, hatte ich es mir zum Ziel gesetzt meine Bestzeiten über 10 km und die Halbmarathondistanz in diesem Frühjahr zu verbessern. Wegen dem Ziel Challenge Roth und dem eisigem Winter habe ich meine Laufumfänge in der Vorbereitung dieses Jahr erheblich gesteigert. Dadurch habe ich eigentlich ideale Voraussetzungen für schnellere Laufzeiten geschaffen. Als Läufe hatte ich mir den Forstenrieder Volkslauf (10 km) am 21.03. und den Öpfinger Osterlauf (HM) am 03.04. ausgesucht.

Beim Forstenrieder Volkslauf klappte meine Blutzuckereinstellung im Vorfeld kein bißchen. In der Früh und nach dem Frühstück und vor der Abfahrt zum Startort war mein BZ noch im normalen Bereich. Die Insulinpumpe lies ich während der Anfahrt auf 70% laufen, normalerweise habe ich damit beim Autofahren immer normale Werte. In Forstenried angekommen führte ich gleich eine BZ-Kontrolle durch. Ergebnis: BZ über 300. Da ja noch genügend Zeit bis zum Start war gab ich einen vorsichtigen Bolus ab. Danach meldete ich mich erstmal nach, warf einen kurzen Blick auf die Werbestände und inspizierte den Startbereich. Auf dem Rückweg zum Auto reduzierte ich die Basalrate der Insulinpumpe auf 40%. Beim Auto angekommen ergab ein BZ-Test einen noch höheren Wert, also habe ich nochmal einen vorsichtigen Bolus abgegeben. Da die Zeit langsam knapp wurde begann ich nun mich ein bisschen warmzulaufen. Zehn Minuten lockeres Laufen, Zwei kurze Tempoläufe und dann nochmals 5 Minuten locker. Danach kontrollierte ich nochmals meinen BZ. Und langsam sank dieser. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass der Katheter sich verstopft hat. Ich hätte nämlich keinen Ersatz zur Stelle gehabt und der Laufe wäre dann ins Wasser gefallen. So legte ich die Pumpe zehn Minuten vor dem Start ab und machte mich auf dem Weg zum Startort.

Ich wollte den ganzen Lauf hindurch einen Schnitt von 3:50 min/km laufen. Bis zu km 4 konnte ich diesen Schnitt auch halten, dann war die Kraft plötzlich weg und ich musste meine Gruppe ziehen lassen. Die nächsten zwei km quälte ich mich mit einem Schnitt von 4:00 min/km über die Strecke. Danach herrschte leichter Rückenwind und ich konnte mein Tempo wieder leicht steigern. Nur der neunte km war nochmals wieder etwas langsamer, bevor ich am Ende noch einen schnellen Endspurt hinlegte. Am Ende zwar eine neue Persönlich Bestzeit von 39:08 min, aber doch nicht ganz die Zeit, die ich mir erhofft hatte.

Im Ziel bediente ich mich dann noch kurz bei der reichlichen und guten Zielverpflegung, bevor ich mich dann langsam auf den Weg zurück zum Auto machte. Dort lag dann der Zucker bei 260, was aber auch an der Verpflegung gelegen haben könnte. Die genaue Ursache für den hohen BZ in der Zeit vor dem Start ist mir aber bis jetzt immer noch nicht ganz klar. Die frühe Uhrzeit, Nervosität oder was anderes? Genau kann ich es nicht sagen.

Zwei Wochen später, am 03.04. stand für mich dann der Öpfinger Osterlaufes über die Halbmarathondistanz auf dem Programm. Ziel war ein Lauf unter 1:30 ohne sich zu stark anzustrengen. Diesmal lief auch bei der Vorbereitung alles bestens. Der Blutzucker lag nur kurz vor dem Aufwärmen mal über 200 mg/dl. Kurz vor dem Start war er schon wieder auf einen Wert um 180mg/dl gesunken. Ich nahm deshalb noch schnell einen Schluck Vitargo zu mir, und eilte an die Startlinie. Die Pumpe trug ich diesmal mit einer auf 40% reduzierten Basalrate während des Laufs am Körper. Die ersten zwei Kilometer nach dem Start lies ich es diesmal ganz ruhig angehen. Danach beschleunigte ich etwas und lief immer ein bißchen unter der geplante Durchschnittspace von 4:15 min/km. An km 3 lief ich zu meinem Laufkollegen, Anwalt und Kunden Martin auf, der genau die gleiche Zielzeit wie ich plante. Bei km 5 nahm ich ein Sponser Gel (22g KH) zu mir und spülte mit etwas Wasser zum verdünnen nach. Gemeinsam mit Martin ging es dann wie geplant weiter Richtung Ziel. Wir hatten den ganzen Lauf über viel Spaß und plauderten mehr als eigentlich bei einem schnellen Lauf sinnvoll miteinander. Bei km 15 nahm ich nochmals ein Gel zu mir. Dank dem überragendem Tempogefühl von Martin kamen wir dann auch locker in 1:29:50 ins Ziel. Nach dem Lauf gab es erstmal noch eine große Zielverpflegung und, ganz wichtig, ein alkoholfreies Weizen. Die Zeit, die geringe gefühlte Belastung und die schnelle Erholung sind für mich ein klarer Indikator, dass ich in der Vorbereitung auf Roth vieles richtig gemacht habe.

Leider hat dann 1 1/2 Wochen nach dem Öpfinger Osterlauf bei einer unbedachten Bewegung im Haushalt mein Knie plötzlich ungewöhnliche Geräusche von sich gegeben. Seitdem ist Lauftraining nur noch sehr eingeschränkt möglich. Beim Radfahren und beim Schwimmen macht es aber zum Glück keine Probleme. Jetzt muss ich erst einmal abwarten wie sich das weiterentwickelt. Dafür habe ich jetzt endlich Zeit gefunden mein neues Rennrad fertig aufzubauen.

2 Gedanken zu “Zwei neue Bestzeiten

  1. Herzlichen Glückwunsch zu den guten Zeiten – wobei ich mir sicher bin, dass das noch lange nicht das Ende Deiner Fahnenstange ist!

    Die Verletzung ist ja echt mies – aber noch ist Zeit und Du wirst nicht viel verlieren, auch wenn Du mal zwei oder drei Wochen nicht läufst.

    Aber Dein neues Rad interessiert. Mach mal Fotos und stelle sie in Deinen Blog: Ich will was sehen! 😉

    Viele Grüße, Geduld bei der Regeneration und Gesundung,
    Andreas

    • Danke,
      keine Sorge, die Bilder vom Rad folgen noch.
      Und um dir Druck zu machen: LAUFEN GEHT WIEDER OHNE PROBLEME.
      Nach 1 1/2 Wochen rumgezicke und schonen traten die Geräusche nicht wieder auf.
      Gruß,
      Philipp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.