Über mich

Meine Diabetesgeschichte beginnt im Jahr 1994, als bei mir im Alter von 13 Jahren Typ-1 Diabetes festgestellt wurde. Sport und Bewegung spielten schon damals eine wichtige Rolle in meinem Leben. Zu dieser Zeit betrieb ich die Sportarten Leichtathletik und Handball beim TSV Bobingen und hatte insgesamt 4-5mal die Woche Training. Anfangs wurde ich noch mit einer konventionellen Therapie (CT) behandelt, aber schon bald wechselte ich zu einer intensivierten konventionellen Therapie (ICT).

Kurze Zeit nachdem bei mir Diabetes festgestellt wurde, hörte ich auf Leichtathletik zu betreiben. Ich spielte jetzt nur noch Handball und wechselte bald zum TSV Göggingen. Mit 25 Jahren wechselte ich nochmals den Verein und spielte fortan beim TSV Milbertshofen in der Landesliga. Nebenher ging ich während dieser Zeit regelmäßig laufen und fuhr 2000-4000 km/Jahr mit dem Rennrad. Im Jahre 2007 beendete ich dann meine Laufbahn als Handballer und beschloss, mich mehr den Ausdauersportarten zu widmen.

Aufgrund meiner schlechten Blutzuckereinstellung entschied ich im Jahr 2008, es mit einer Insulinpumpentherapie (CSII) zu versuchen. Dies war auch die richtige Entscheidung, denn meiner Meinung nach hat diese Therapieform im normalen Alltag und auch beim Sport nur Vorteile. Im Jahr 2008 startete ich bei meinem ersten Radrennen, Rund um den Henninger Turm, und beim Ötztaler Radmarathon. Dazu lief ich auch noch einen Halbmarathon in meiner neuen Heimatstadt Ulm. Im Winter 08/09 erweiterte ich mein Ausdauertraining noch um die Disziplin Schwimmen und trat der Triathlonabteilung des SSV Ulm bei. 2009 startete ich dann schon bei zwei Triathlons über die Sprintdistanz, zwei über die Kurzdistanz, und als Krönung noch beim Allgäu Triathlon über die Mitteldistanz.

Im Jahr 2010 war mein Hauptwettkampf der Start bei der Challenge Roth, einem Triathlon über die Langdistanz. Dies war sicher die bisher größte sportliche Herausforderung in meinem Sportlerleben. Außerdem startete ich im Triathlon noch bei der Challenge Kraichgau und bei mehreren Ligawettkämpfen für den SSV Ulm 1846. Im Laufen schaffte es ich meine Bestzeiten über 10 km und die Halbmarathondistanz zu verbessern.
In diesem Jahr werde ich es wegen der Geburt unseres Sohnes etwas ruhiger angehen lassen. Ich plane einige Starts bei Triathlons über die Olympische Distanz und die Verbesserung meiner Laufzeiten. Im Herbst 2011 liebäugel ich dann noch mit einem Marathonwettkampf.

6 Gedanken zu “Über mich

  1. Hallo Philipp, erstmal Respekt vor Deinen sportlichen Leistungen. Auch ich, Typ1 mit Pumpe, habe vor ca 2 Jahren zum Laufen angefangen. Beruflich arbeite ich in Ulm, bin deswegen mit den Läufen hier bestens vertraut. Zu den Highlights zählten der Einstein HM, Öpfinger Osterlauf HM, Augsburger Friedensmarathon 10 km. Bestes Ergebnis war für mich der Einstein HM mit 1:41 h , für mich ne gute Leistung 🙂 .
    Mein Problem ist meist nicht die Kraft sondern eher die Angst, Unterzucker zu bekommen und diesen von der Schwäche des Laufens nicht mehr unterscheiden zu können. Meist regle ich die Basalrate ca. 45 Min. vor dem Lauf auf unter 50%, so habe ich es meist gut hinbekommen. Dieses Jahr hab ich mir den Einstein als Marathon-Distanz vorgenommen.
    Sportliche Grüße
    Peter

    • Hallo Peter,
      da bist Du ja schon ziemlich viel auf den Läufen in der Umgebung rumgekommen. Ich habe da in den letzten Jahren weniger gemacht. Und die Zeiten sind doch auch Klasse, so lange bist Du ja noch nicht aktiv.
      Vor Unterzuckerungen sollte man keine Angst haben, aber Respekt und das Risiko nicht unterschätzen. Am besten ist es drei Stunden vor dem Lauf keinen Bolus mehr abzegeben und die Basalrate 70-90 min. vorher stark zu reduzieren (-60/70%). Zu Beginn des Laufes kannst du dann die Basalrate wieder etwas anheben (auf 50/60%). Wichtig ist auch eine regelmäßige Zufuhr an Kohlenhydraten. Vor allem bei langen Läufen ist das wichtig. Und natürlich musst Du auch immer etwas für den Notfall dabei haben. Ich verwende inzwischen beim Laufen ausschließlich Gels. Aber meistens klappt es nie so wie es sein sollte und ich entscheide mich recht kurzfristig Laufen zu gehen. Ein bißchen Zeit bleibt dann meistens trotzdem noch und ich esse zusätzliche KH und reduziere die Basalrate. Oder ich reduziere den Bolus der vorausgehenden Mahlzeit stark.
      Vielleicht klappt es ja mal mit einem gemeinsamen Lauf oder man sieht sich mal bei einem Wettkampf.
      Wäre doch schön,
      Philipp

  2. Hallo, zur Zeit läufts recht gut, bin erst kürzlich beim SWA HM TVGA Siebentischwald mit 1:39 durchgelaufen. Sind allerdings noch große Welten zu Deinen Zeiten. Dabei hab ich die Basalrate auf 40% gedrosselt, war fast zu wenig. Unter dem Laufen will ich dann nicht anhalten, um sie weiter zu senken – kostet alles Zeit 🙁 )) Dieses Jahr will ich das erste Mal einen kompletten Marathon durchlaufen, nehme mir den Einstein in Ulm vor. Manchmal gehe ich auch im Kiesental (Blaustein – Richtung Bollingen) nach der Arbeit laufen. Wie sind so Deine Arbeitszeiten ? Vielleicht klappts ja mal mit gemeinsamen Joggen. Viele Grüße Peter

  3. Hallo
    bin auch ein Typ 1 (seit 1995, bin 1966 geboren) mache viel Ausdauer Sport, Marathons und auch traithlons (max. distanz war 70,3 in Elba) was machst du bei wettkämpfen wenn du zu hohe werte hast? Ist es bei dir nie vorgekommen dass du 1 oder 2 h nach dem start (start mit zB180) 300 hattest? wegen adrenalin? wie weit kann man gehn, bzw. wann (bei welchen wert) muss man stoppen? wie wirkt sich eine Hypergl. auf die Muskel, Stoffwechsel, Körper während des Wettkampfes aus? Ich hatte den Eindruck dassich keine Leistung mehr bringe, leichter verkrampfe….Hast du auch diese Erfahrung gemacht? Oder kennst du jemand den man fragen könnte (Arzt)
    Willi

    • Hallo Willi,
      tschuldigung wegen der späten Antwort. Das mit den hohen Werten liegt wahrscheinlich nicht am Adrenalin, das hat eher einen geringen Einfluß. Schwimmen ist ja eine intensive Sportart, während beim Radfahren die Intensität etwas geringer ist. Vermutlich kommt der BZ Anstieg daher. Ich habe bei meinen letzten Wettkämpfen daher die Basalrate meiner Pumpe dementsprechend programmiert. Vor und während des Schwimmens sehr gering, kurz vor dem Ausstieg aus dem Wasser nur noch weniger reduziert (30-40%). Nach 2/3tel der Radstrecke habe ich die Basalrate dann wieder stärker reduziert. Das Laufen ist dann ja wieder etwas intensiver. Die Idee dazu hatte Andreas May und ich habe damit inzwischen ganz gute Erfahrungen gemacht. Übrigens haben die meisten Diabetiker bereits ähnliche Erfahrungen wie du bei Triathlon Wettkämpfen gemacht. Einen Link dazu schicke ich Dir über Deine email Adresse. Und auch in Roth 2010 ist es vielen IDAAlern so ergangen. Eine Hyperglykämie während eines Wettkampfes ist sicher nicht hilfreich. Auch ich kann bei hohen Blutzuckerwerten keine optimale Leistung bringen. Die Krämpfe kommen wahrscheinlich davon, dass du natürlich dann auch mehr Glucose über den Harn ausscheidest. Damit kommt es dann auch oft zu einer Verschiebung im Mineralhaushalt und zu einem Flüssigkeitsverlust. Vor allem dem Flüssigkeitsverlust muss dann entgegengewirkt werden, was gerade bei dem durch die sportl. Aktivität eh bereits erhöhtem Bedarf schwierig ist. Solange kein absoluter Insulinmangel vorliegt, ist der Flüssigkeitsverlust das Hauptproblem. Liegt ein absoluter Insulinmangel vor, ist eigentlich eh kein Sport erlaubt, da es dadurch dann immer zu einem BZ-Anstieg kommt und eine Ketoazidose droht. Diese ist dann lebensbedrohlich.
      Liegt bei mir der BZ bei einem Wert von >200 mg/dl verzichte ich erstmal auf Kohlenhydrate und versuche ihn durch den Sport selbst zu senken. Erst wenn der BZ-Wert gegen 300 mg/dl geht korrigiere ich vorsichtig. Das heißt erstmal maximal 1 IE Insulin über die Pumpe. Danach warte ich dann erstmal wieder ab wie der weitere Verlauf ist. Eine höhere Insulindosis würde ich während des Sports nur sehr ungern abgeben, da dann gleich wieder eine erhöhte Hypogefahr droht, solange das Insulin wirkt.
      Grüße,
      Philipp
      PS: Wie ist denn der Wettkampf in Elba so? Habe bis jetzt nur Gutes darüber gehört.

      • Hallo Philipp, danke für die ausführliche Erklärung, hab heute auch dein e mail mit link erhalten…
        Ja Elba ist – war ein sehr schönes Rennen, voraussgesetzt das Wetter passt einigermaßen (schwimmen im Meer ist bei hohem Wellengang nicht so einfach). Die Radstrecke ist sehr schön aber auch anspruchsvoll da einige Höhenmeter zu bewältigen sind. Die laufstrecke ist auch ok, nur wenige Steigungen, teilweise am Strand entlang. Alles im allen ein tolles Erlebniss. Der ganze Ironman hats schon in sich, da die Radstrecke wirklich beinhart ist. Ich habs mit ein paar anschliessenden Urlaubstagen im Camping Marina di campo kombiniert, war wirklich eine tolle Zeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.